11 / 12 / 2019

Wie wandelt man eine Geschäftsidee in ein Unternehmen um? Wie gründet man ein Unternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz? – Alles Schritt für Schritt beschrieben

 

Geschäftsformen

In Österreich gibt es verschiedene Möglichkeiten, um ein eigenes Unternehmen zu führen, z.B. ein Ein-Personen-Unternehmen, eine Personengesellschaft, eine Kapitalgesellschaft, eine Gewinngesellschaft, freiberuflich oder eine Stiftungstätigkeit. Die beliebteste und einfachste Form bei der Umsetzung der ersten Geschäftsidee ist die Ein-Personen-Unternehmen, d.h. die berufliche Selbständigkeit (Ein-Personen-Unternehmen EPU / Gewerbe).

In Deutschland wird wie in Österreich zwischen Personengesellschaften und Kapitalgesellschaften unterschieden, wobei die beliebteste Art der Unternehmensgründung die individuelle Geschäftstätigkeit auf eigene Abrechnung und im eigenen Namen (Einzelunternehmer / Gewerbe) ist.

In der Schweiz gibt es drei Geschäftsformen, d.h. Einzelunternehmen (Einzelunternehmen/Raison individuelle), eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH/SarL) sowie eine Aktiengesellschaft (AG/SA). Geschäftspartner können zusätzlich eine kollektive Gesellschaft (Kollectivgesellschaft/Société en nom collectif) oder eine Kommanditgesellschaft (Kommanditgesellschaft/Société en commandité) führen.

 

Registrierungsverfahren eines Unternehmens

Für viele bedeutet die Umsetzung einer einfachen Geschäftsidee im deutschsprachigen Raum die Wahl der einfachsten Option, d.h. eines Einzelunternehmens, das im Laufe der Zeit durch die Beschäftigung mehrerer Mitarbeiter erweitert werden kann. Das Registrierungsverfahren einer solchen Firma im deutschsprachigen Raum wurde maximal vereinfacht.

In Österreich umfasst dieses Verfahren den Besuch beim zuständigen Gemeindeamt und das Ausfüllen eines Formulars gegen Vorlage einer Meldebescheinigung eines bestimmten Bundeslandes und eines Strafregisterausweises sowie eines Personalausweises. Die Geschäftsstelle stellt einen Gewerbeschein als Nachweis über die Eintragung des Unternehmens aus.

In Deutschland umfasst das Registrierungsverfahren eines Kleinunternehmens folgendes: einen Besuch beim Bürgeramt oder im Rathaus und das Ausfüllen eines Formulars über den Unternehmer und die Unternehmensart sowie die Zahlung einer entsprechenden Gebühr. Die Registrierung einiger Berufe, hauptsächlich handwerkliche und reglementierte Berufe, erfordert die Vorlage eines offiziellen Meisterdiploms oder die Bestätigung der erforderlichen Qualifikationen. Erforderlich sind ebenfalls eine Bestätigung der Anmeldung, einer Räumlichkeit und Krankenversicherung. Man sollte auch das Gewerbeamt, das Finanzamt besuchen und die Geschäftstätigkeit bei der IHK (Industrie- und Handelskammer) anmelden.

 In der Schweiz ist eine berufliche Selbständigkeit bei der Umsetzung einer Geschäftsidee nicht sofort meldepflichtig. Man kann die Geschäftstätigkeit im entsprechenden Sozialversicherungsregister eines Kantons eintragen. Zu Kontrollzwecken muss der Unternehmer auch eine Arbeits- und Aufenthaltserlaubnis in diesem Land haben und nachweisen können, dass er einen Jahresumsatz von mindestens 2300 Franken erzielt und mindestens 3 Kunden hat.

 

Unternehmensbesteuerung im deutschsprachigen Raum

In Österreich werden die Einkommensteuersätze nach dem Jahreseinkommen des Unternehmens differenziert und können 0% (Einkommen bis zu 11.000 EUR), 25%, 35%, 42%, 48%, 50% oder 55% (letzteres soll 2020 abgeschafft werden) betragen. In Deutschland kann ein Unternehmer Einkommenssteuern in Höhe von 0% (Einkommen bis 9.168 EUR), 14%, 42% oder 45% zahlen.

In der Schweiz variieren die Einkommensteuersätze aufgrund des Landesorganisationssystems stark. Es gilt nicht nur das föderale Steuersystem, sondern auch das kantonale und kommunale System, die gemeinsam den endgültigen Betrag der Steuerverbindlichkeiten des Unternehmens bestimmen. Die Höhe der Steuer wird an das Unternehmenseinkommen im Steuerjahr angepasst. Die maximale Höhe der Einkommensteuer beträgt um 50%.

Wenn ein Unternehmen umsatzsteuerpflichtig wird, muss der Unternehmer auch die unterschiedlichen Steuersätze im deutschsprachigen Raum berücksichtigen. 2019 betrugen sie in Österreich 20% (Grundbetrag), 13% oder 10% (ermäßigte Sätze), in Deutschland 19% (Grundbetrag) und 7% (ermäßigte Sätze), in der Schweiz 7,7% (Grundbetrag) oder 2,5-3,8% je nach Geschäftstätigkeit (ermäßigte Sätze).

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